Hochschulzugang allgemein

Voraussetzung für ein Studium an einer deutschen Hochschule sind die Hochschulzugangsberechtigung und ausreichende Sprachkenntnisse[1] (im Normalfall Deutsch, bei englischsprachigen Studiengängen kann die Voraussetzung zu Beginn auch ein ausreichend gutes Englisch sein). Auf der Seite www.sprachnachweis.de kann nachlesen werden, für welchen Studiengang ein entsprechendes Niveau des jeweiligen Deutschtests vorausgesetzt wird[2].

Geflüchtete sind grundsätzlich berechtigt ein Studium aufzunehmen, (und das unabhängig vom Stand des Asylverfahrens) und sind anderen internationalen Studienbewerber*innen gleichgestellt.

Anerkennung von Abschlüssen:

Die Hochschulzugangsberechtigung besteht je nach Anerkennung des Schul- oder Hochschulabschlusses im Herkunftsland. Das Infoportal „anabin“ („Anerkennung und Bewertung ausländischer Bildungsnachweise“) enthält eine Datenbank der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen der Kultusministerkonferenz nach Ländern in der man die Wertigkeit von ausländischen Hochschulabschlüssen in Deutschland sowie als Hochschulzugangsberechtigung anerkannte Titel nachlesen kann. Bewirbt man sich direkt an einer Hochschule, entscheidet diese dann, ob die vorliegende Qualifikation ausreicht.

Uni –assist

Uni-assist[3] ist ein eingetragener Verein, dem alle staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland beitreten können. Die Kernaufgabe von Uni-assist ist die Bewertung von internationalen Zeugnissen. Uni-assist prüft, ob die eingereichten Zeugnisse gleichwertig zu deutschen Schul- oder Studienabschlüssen sind und grundsätzlich zum Studium in Deutschland berechtigen. Zusätzlich können die Hochschulen Uni-assist damit beauftragen, die Erfüllung weiterer Kriterien zu prüfen. Bei einem positiven Prüfergebnis leitet Uni-assist die Bewerbung in elektronischer Form an die Hochschule weiter; alternativ bietet Uni-assist auch das sogenannte VPD-Verfahren an, dann stellt Uni-assist dem Bewerber ein Zertifikat (eine Vorprüfungsdokumentation/ VPD) aus, mit dem er sich direkt an der Hochschule bewerben kann. In jedem Fall entscheiden die Hochschulen selbst über die Zulassung.

 

Grundsätzlich dürfen Geflüchtete an einer deutschen Hochschule studieren. Bei der Zulassung zu einem Studium werden Geflüchtete genauso gestellt wie andere internationale Studienbewerberinnen und -bewerber. Uni-assist prüft für viele deutsche Hochschulen, ob Zeugnisse zum Studium berechtigen.

Seit dem 1. März 2016[4] ist eine Begutachtung von Zeugnissen bei Uni-assist kostenfrei, wenn eine Person…

  • ihren Aufenthaltsstatus als „registrierter Flüchtling“ nachweist

Und

  • Einen TestAS-Test abgelegt hat oder eine „Bescheinigung“ einer Uni-assist Mitgliedshochschule vorlegt, mit dem eine Uni-assist Hochschule eine kostenfreie Prüfung bei Uni-assist befürwortet.

Die kostenfreie Bewerbung erfolgt dann in zwei Schritten:

  1. Schritt: Antrag auf kostenfreie Prüfung
  2. Schritt: Einreichen der Bewerbung nach Aufforderung durch Uni-assist

 

Die kostenfreie Bewerbung ist für drei Hochschulen und insgesamt fünf Studiengänge möglich.

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(Name einer Hochschule)*
c/o Uni-assist e.V.
Geneststraße 5
10829 Berlin

GERMANY

 

Fehlende Dokumente:

Nach der Lissabon Konvention, die auch Deutschland unterzeichnet hat, müssen „angemessene Schritte“ entwickelt werden, damit die Hochschulqualifikation von Geflüchteten geprüft werden kann, auch dann, wenn ein*e Geflüchtete*r nur noch wenige oder keine Dokumente mehr besitzt (Artikel VII, Abschnitt VII). Am 03. Dezember 2015 hat sich die Kultusministerkonferenz zu einem gemeinsamen Vorgehen entschlossen, mit welchem die Hochschulzugangsberechtigung einer*s Geflüchteten belegt werden kann, wenn fluchtbedingt keine Dokumente mehr vorliegen [5].  Hiernach wird ein dreistufiges Verfahren angewendet, um damit die Studierfähigkeit festzustellen:

  1. Feststellung der persönlichen Voraussetzungen, die sich aus dem jeweils näher bestimmten asyl- bzw. aufenthaltsrechtlichen Status ergeben,
  2. die Plausibilisierung der Bildungsbiographie durch ein Dokument, welches indirekt die behauptete Hochschulzugangsberechtigung belegt und
  3. ein qualitätsgeleitetes Prüfungs- bzw. Feststellungsverfahren – sollte in den ersten beiden Schritten keine Nachweise erbracht werden konnten.

Die Länder haben die Möglichkeit die Umsetzungsmodalitäten auszugestalten. Zuvor war lediglich ein Hochschulzugang möglich, wenn indirekte Nachweise (also nicht die Original-Hochschulzugangsberechtigung) vorlagen[6].

Feststellungsprüfung:

Besitzt ein*e Geflüchtete*r in den Augen der Behörden und Hochschulen mit dem Hochschulzugangsdokument im Herkunftsland keine gültige Hochschulzugangsberechtigung in Deutschland, kann eine Feststellungsprüfung bei einem Studienkolleg zu einer solchen führen[7]. Seit dem 1. März 2016 kann man als Geflüchtete*r am TestAS (ein vom DAAD und BAMF angebotener „Studierfähigkeitstest“, der nach Studienrichtung bestimmte kognitive Fähigkeiten prüft[8]) und Prüfverfahren von Uni-assist kostenlos teilnehmen[9]. Zudem besteht der ebenfalls kostenlose online-Test onSET-Deutsch bzw. onSET-Englisch für Geflüchtete[10], der zur  (Selbst-)Einschätzung der Sprachkenntnisse dient.

Es ist möglich auch während des Asylverfahrens befindet ein Studium zu beginnen, wenn die Uni jedoch nicht vor Ort ist, muss die Ausländerbehörde dem Wohnortwechsel zustimmen[11].